„Ein guter Chef zeichnet sich durch die Zufriedenheit seiner Angestellten aus – nicht durch sein Einkommen“

Ein Satz den wir in der Vorstellungsrunde Terrance N. Ivers, dem Bilfinger Executive President North America, sofort abgenommen haben. Denn Bilfinger sieht sich einer großen Chance, als auch einer großen Herausforderung gegenübergestellt: Der Expansion im interessanten Wirtschaftsraum Nordamerika. Genau dafür besuchten wir vom 15.01.2019 bis zum 18.01.2019 die Wirkungsstätte von Herrn Ivers in Houston, Texas. Er selbst ist dort geboren und aufgewachsen sowie verkörpert wie kein anderer das texanisch-unternehmerische Flair eines echten Machers und Anpackers. Ein Visionär mit einem persönlichen Draht zu seinen Mitarbeitern.

Bei tausenden Mitarbeitern einen Überblick zu behalten ist extrem herausfordernd. Terrance N. Ivers setzt deshalb auf seine vertrauten Projektleiter, die die Situationen auf einzelnen Baustellen wie beispielweise bei Bilfinger Kunde Formosa Plastics im Blick behalten. Er sprach gleich am ersten Tag von der Sicherheit als höchste Priorität.

„Keine Führungskraft darf sich im Fokus über die Sicherheit heben“.

Nicht immer läuft das an den Baustellen rund, sagte Terrance N. Ivers: Vor einiger Zeit ereignete sich an der Baustelle ein Unfall der grausamen Art: Der Arbeiter Bruno montierte in etwa 10m Höhe ein Metallrohr an ein bereits bestehendes Konstrukt, wobei das Metallrohr ungewollt horizontal zu schwingen begann und dabei sein Bein stark quetschte. Betroffenheit und Mitgefühl füllte den Raum. Allerdings wurde dieser Unfall, welcher bei Bilfinger Nordamerika als „Bruno-Incident“ bekannt ist, nicht verschwiegen, sondern als mahnendes Beispiel für Sicherheit genutzt. Durch diese Offenheit kam tatsächlich ein ähnlich ernster Vorfall in Folge nicht mehr auf.

Backoffice-Team von Bilfinger bei der Baustelle von Formosa in Texas

Backoffice-Team von Bilfinger bei der Baustelle von Formosa in Texas

Um der Sicherheit Ausdruck zu verleihen, realisierte Bilfinger digitale Lösungsmöglichkeiten zur Professionalisierung der Instandhaltung. Wenn die Bauarbeiten auf der Baustelle abgeschlossen sind, soll ein Mischmodell aus „predictive“ und „prescriptive“ Maintenance eingesetzt werden, um den Kunden bereits VOR dem möglichen, bevorstehenden Ausfall eines Bauteils Reaktionsmöglichkeiten vorzuschlagen – so Tom Blades (CEO Bilfinger). Verbunden mit dem Einsatz einer künstlichen Intelligernz, genannt PID Graph, sollen Schemata ausgelesen und in digitalen Prozessen für Kunden dargestellt werden.

Tom Blades (CEO and President Bilfinger) erklärt digitale Lösungsmöglichkeiten und das Risikomanagement von Bilfinger

Tom Blades (CEO and President Bilfinger) erklärt digitale Lösungsmöglichkeiten und das Risikomanagement von Bilfinger

Nach einer Einführung in die digitale Welt von Bilfinger führt uns Terrance N. Ivers auch durch Themen, die außerhalb der digitalen Welt gelöst werden müssen. Besonders in den Vordergrund traten hier die schwierigen Arbeitsbedingungen bei Bilfinger Kunde US Methanol, denen sich das Unternehmen stellen muss. Im Ort Charleston-West Virginia, wo sich eine künftige Methanolverarbeitungsanlage befinden wird, sind extrem schlammige Untergründe die Herausforderung.

Herausfordernde Arbeitsbedingungen bei Bilfinger Kunde US Methanol in West Virginia

Herausfordernde Arbeitsbedingungen bei Bilfinger Kunde US Methanol in West Virginia

Hier ist wieder altbewährte Manpower gefragt, die das Wasser aus dem Untergrund abpumpt und tiefere Betonfundamente ermöglicht (bis 26m Tiefe), die die Anlage stützt. Gerade hierbei haben wir gemerkt, wie schwierig die Anfangssituation gewesen sein muss, wenn wir selbst nur unter massivem Krafteinsatz mit unseren Sicherheitsschuhen durch den Schlamm warten konnten. Dennoch laufen die Arbeiten voll nach Plan und das Unternehmen blickt mit Freude in die Zukunft.

Visionärer Blick auf die herausfordernden Bedingung

Visionärer Blick auf die herausfordernden Bedingung

Erstaunlich ist auch, dass die Bauteile für die Anlage in West-Virginia aus einer bereits fertigen Anlage aus Brasilien stammen. Diese wurde in ihre Einzelteile zerlegt und nach Charleston verschifft, um sie hier wieder aufzubauen. Obwohl 85% der Teile aufgrund von Korrosion nicht mehr zu verwenden waren, stellt die Aktion dennoch einen Gewinn für das Unternehmen dar.

Quergedacht wurde auch am Bauort von Bilfinger Kunde Linde in der Nähe von Houston. Hier entsteht eine riesige Verarbeitungsanlage für Plastikpellets. Häufig werden hier Drohnen zur Veranschaulichung von Baufortschritten genutzt, die dann in Kombination mit einem digitalen 3D-Room ein noch besseres Bild von der Baustelle geben – ohne dass Mitarbeiter direkt vor Ort sein müssen.

Linde Bauleiter besprechen den bevorstehenden Einsatz von Drohnen

Linde Bauleiter besprechen den bevorstehenden Einsatz von Drohnen

Natürlich ist es immer eine Herausforderung, ein Mission Statement bestmöglich umzusetzen – sicherlich auch vor dem Hintergrund des Engagements einer deutschen Firma im US-amerikanischen Land. Jedoch ist Bilfinger in Texas durch gelebte Innovationen und Emotionen auf einem sehr guten Weg dorthin. Von der Qualität bei der Umsetzung der Ingenieurskunst, bis hin zum 24h-Service in der Maintenance: Die Bilfinger Nordamerika Angestellten zeichnen sich mit große Hingabe in ihrer täglichen Arbeit aus. Daher ist es nur noch eine Frage der Zeit bis der Großteil Nordamerikas zu Bilfinger sagt:

They create, they care, they can!

Terrance N. Ivers (links) und Tom Blades (rechts)

Terrance N. Ivers (links) und Tom Blades (rechts)

Autoren: Phillip Hall (Lead) und Felix Kirschstein, Redakteure Kurpfalz Business Briefing, am 21. Januar 2019
Fotos: Phillip Hall