Kundenzentrierte Finanzberatung für jedermann – digital, transparent und objektiv. Das ist das Ziel unserer Nachbarn im Mannheimer MAFINEX, der KIWI FINANCIAL-LIVING AG. Gründer Horst Schneider und Michael Ludwig, zuständig für den Bereich Finanzen, führten uns durch die Entstehungsgeschichte des FinTech-Startups, beleuchteten die Probleme der konventionellen Finanz- und Versicherungsbranche und gaben uns einen Einblick in die digitale Finanzberatung, die sie durch ihren Markteintritt ab 2018 mitgestalten werden.

Gründer und CEO Horst Schneider erklärt das Konzept hinter KIWI Financial Living: „Mit 49 macht man sich mal selbstständig“

Die Frage, die zur Gründung der KIWI Financial Living führte, umtreibt den CEO & Gründer, Horst Schneider, bereits seit seinen beruflichen Anfängen in der Branche: Wie lässt sich kundenzentrierte Finanzberatung für beide Seiten profitabel und transparent gestalten? Schneider selbst entstammt nämlich der „klassischen Versicherungsbranche“. Im Rahmen seines berufsbegleitenden Studiums kam er erstmals mit der Branche in Kontakt, in der er daraufhin bis 1992 im Vertrieb arbeitete. Nach einer Station in der Unternehmensberatung entschied er sich für ein weiteres Studium, diesmal zum Finanzökonomen an der EBS in Oestrich-Winkel. Dort beschäftigte er sich bereits intensiv mit softwarebasierter Finanzberatung. Zuletzt arbeitete Horst Schneider beim Finanzdienstleister MLP, für den er zunächst das Vermögensmanagement und im Anschluss daran vier Jahre lang den Bereich „Markt & Innovationen“ verantwortete.

„Zu wertvoll“ für die Schublade – Horst Schneider wagt den Schritt in die Selbstständigkeit und setzt die digitale, kundenzentrierte Finanzberatung in die Tat um

Zu dieser Zeit evaluierte Schneider zukunftsfähige Beratungsmodelle für MLP. Im Zuge dessen kam auch das Thema „technologiegestützte Kundenzentrierung“ erneut auf den Tisch. Allerdings entschied sich die MLP gegen die dazu notwendigen Investitionen in entsprechende IT-Infrastruktur. So reifte in Horst Schneider die Überzeugung, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Seine eigene Idee war ihm schlicht zu wertvoll, um sie in der Schublade verschwinden zu lassen. Ende 2015 kam es daher zur Trennung von MLP – „im Guten“, wie Schneider betont. Mit Dr. Martin Lehnert und Michael Ludwig fanden sich schnell zwei Weggefährten, die er aus seiner Projektarbeit bei MLP bereits gut kannte und als „hoch kompetent“ erachtete. Auch der Schritt nach Mannheim war wohlüberlegt: „Ich liebe die Dynamik dieser Stadt. Mannheim ist Business“.

Eine Kooperation mit SAP scheitert an unterschiedlichen Vorstellungen über Eigentumsrechte, nun läuft die KIWI-Software in Kooperation mit Salesforce

Auf der Suche nach einem Kooperationspartner wurde Horst Schneider mit der SAP ebenfalls schnell fündig. Beim Softwaregiganten aus Walldorf stieß seine Idee auf Begeisterung, sodass es zu einer Co-Innovationsvereinbarung kam. Ein 16-köpfiges Team erarbeitete daraufhin einen Produktentwurf, der im Juli 2016 dem SAP-Vorstand vorgestellt wurde. Auch dieser zeigte sich willens, die Idee der kundenzentrierten Finanzberatung gemeinsam mit Schneider und seinem Team umzusetzen. Letztlich scheiterte eine langfristige Kooperation jedoch an der Uneinigkeit beim Thema Intellectual Property (IP). Schließlich fanden Horst Schneider und sein Team mit Salesforce einen Kooperationspartner, sodass die „KIWI Financial Living“ in 2018 an den Start gehen kann.

Die Krux mit der objektiven und kundenzentrierten Finanzberatung – kann digitale Technologie, wie die KIWI-Lösung, das Problem lösen?

Das erklärte Ziel der KIWI Financial Living klingt dabei zunächst einmal relativ simpel: Jeder Mensch soll in die Lage versetzt werden, auf Basis wohlinformierter Entscheidungen das Beste aus seinen finanziellen Möglichkeiten zu machen. Die klassische Versicherungs- und Finanzbranche kann solch individuelle Lösungen jedoch nur schwer erbringen. Ein guter Finanzberater, so erklärt Schneider, sei paradoxerweise oftmals der „Tod für nachhaltige Kundenzufriedenheit“. In den meisten Fällen delegieren Kunden nämlich schlicht all ihre finanziellen Entscheidungen an einen Berater, sodass sie über ihre eigenen Finanzstrategien meist nur oberflächlich informiert sind. Dies ist vor allem problematisch, da auch die besten Finanzberater sich aufgrund der strukturellen Rahmenbedingungen der Branche oft einem Interessenskonflikt ausgesetzt sehen. Schließlich muss mit jedem an den Kunden verkauften Finanz- und Versicherungsprodukt Geld verdient werden.

Moderne Technologie als individueller Kundenberater: digital, transparent und objektiv

Genau an dieser Stelle setzt KIWI Financial Living an. Das Ziel: Die Souveränität in Finanzentscheidungen („Financipation“; zusammengesetzt aus dem Englischen „Finance“ und „Emancipation“) innerhalb unserer Gesellschaft signifikant zu erhöhen. Aktuellen Studien zufolge geben in Deutschland nämlich gerade einmal 8% aller Befragten an, über hinreichendes Wissen beim Thema „finanzielle Entscheidungen“ zu verfügen. Dieses Problem löst die KIWI-Software, indem sie als persönlicher und digitaler Finanzberater agiert. Dazu wird sie zunächst mit nur zwei Basisdaten gefüttert – dem aktuellen Nettoeinkommen sowie den Nettovermögenswerten eines Kunden. Die übrigen relevanten Parameter (z.B. aktueller Lebensstandard, avisierter Lebensstandard nach Renteneintritt, Risikobereitschaft etc.) erfragt die Software automatisch im direkten Chat mit dem Kunden und erstellt daraus eine individualisierte Finanzstrategie.

Diese kann der Kunde jederzeit online bzw. über eine App abrufen und hat somit stets einen Überblick über seine individuelle, finanzielle Situation. Auf Basis dieser Transparenz kann der Kunde somit selbst sein persönliches Finanzportfolio nach bestem Wissen und Gewissen gestalten und wird auch dabei stets von seinem digitalen Finanzberater unterstützt. Steht ein Kunde zudem vor einer einschneidenden finanziellen Entscheidung, z.B. dem Kauf eines Eigenheims, steht ihm die KIWI-Software ebenfalls beiseite. Sie berechnet nach Eingabe der entsprechenden Kostenparameter, wie sich ein solcher Kauf auf die finanzielle Situation eines Kunden, z.B. das monatlich verfügbare Einkommen jetzt und im Alter, auswirkt und führt den Anwender durch verschiedene Finanzierungsoptionen – vollautomatisch und objektiv.

„Coming soon“ – Im Jahr 2018 geht die KIWI Financial Living AG mit ihrer digitalen Finanzberatung an den Start

Dank der Digitalisierung hat Horst Schneider nun umsetzen können, was er sich schon seit langer Zeit zum Ziel gesetzt hat: den Kunden in den Mittelpunkt der Finanzberatung zu stellen und ihm größtmögliche Transparenz über seine individuelle Finanzsituation zu verschaffen. Die Leidenschaft, mit der er sich der Umsetzung dieser langfristigen Ambition widmen, ist spürbar. Auch die Ambitionen von Schneider und seinem Team spiegeln dies wider. Da die Software individuelle Finanzpläne vollautomatisch errechnen und darstellen kann, lässt sich das Serviceangebot ohne hohe Personalkosten leicht skalieren. Der kundenzentrische Ansatz bleibt dank des Einsatzes digitaler Technologie für beide Seiten profitabel. Dementsprechend sieht sich die KIWI Financial Living gut gerüstet für den nahenden Markteintritt in 2018. Wir wünschen Horst Schneider und seinem Team der jedenfalls alles Gute für den Markteintritt und werden die Entwicklung der digitalen KIWI-Finanzberatung gespannt verfolgen.

KIWI Financial Living im Porträt

Die KIWI Financial Living ist ein FinTech-Startup aus Mannheim. Das Team aus erfahrenen Köpfen der Finanz- und Versicherungsbranche hat eine Software entwickelt, die als digitaler Finanzberater für jedermann agiert. Damit läutet KIWI Financial Living die Zukunft der digitalen Finanzberatung ein – digital, transparent und objektiv, sodass die bestmögliche Umsetzung und Realisierung aller Finanz-, Versicherungs- und Vermögensfragen für jeden Kunden individuell gewährleistet wird.

Link: http://www.financial-living.de/

Autor: Tobias Voß

Fotos: Jair Rojas