Unsere Vision: Die weitverzweigte Wirtschaftshochburg Rhein Neckar mit einem Reisebus und Vertretern aus Corporates, Start-Ups, Stadt und Hochschulen näher zusammenzurücken. Am vergangenen Donnerstag, 12.10. fand endlich unsere mit Spannung erwartete Jungfernfahrt der ku.bus Tour statt. Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen bilden das Herzstück der Wirtschaftsregion Rhein Neckar und damit die idealen Anlauforte, um in spannende Geschichten der lokalen Wirtschaft einzutauchen.

Wie ein Heidelberger Start-up sich zur Aufgabe gemacht hat die E-Bike Szene zu revolutionieren und warum sich ein Global Player wie die SAP SE brennend für einen deutschen Fußball Bundesligisten interessiert erfahren Sie in unserer Story über die erste ku.bus Tour.

Ralf Klöpfer, Vertriebsvorstand der MVV Energie AG, zeigt sich zuversichtlich die Zukunft der Energieversorgung mit der vereinten Innovationsfähigkeit deutscher Start Ups und etablierter Corporates bewerkstelligen zu können.

Um 8 Uhr morgens startete die Tour in Mannheim bei der MVV Energie AG mit einem Frühstück und regem Austausch der Corporate- und Start-up-Vertreter. Nach der Begrüßung durch den Gründer und CEO von de.bus (Deutschland Business Briefing) Oliver Brümmer folgte ein Vortrag von Ralf Klöpfer aus dem Vertriebsvorstand der MVV AG über „Die Zukunft der Energieversorgung“. Klöpfer beleuchtete die aktuelle Energiebranche und ihre Strukturen, die erneuerbaren Energien sowie die Veränderungen der Zukunft. „Wir müssen bei der Energie komplett neu denken“, erklärt Klöpfer. Er betont dabei die Relevanz der Zusammenarbeit mit Start-ups: „Unsere Welt ist vernetzter und kleinteiliger geworden, alte Geschäftsmodelle sterben aus.“ Geleitet von Moderatorin Rosa Omeñaca Prado diskutierten die Teilnehmer voller Enthusiasmus wie man damit als Großunternehmen umgehen kann, sodass bereits im anwesenden Auditorium sichtbar wurde wie Start-ups und Corporates sich gegenseitig produktiv befruchten können. Doch nicht nur die Teilnehmer konnten Fragen stellen, auch Klöpfer hatte Fragen an das Publikum: Wie die Teilnehmer die Außenwahrnehmung der MVV Energie AG sehen und wie Intrapreneure gefördert sowie ein adäquates Arbeitsklima für sie gestaltet werden kann.

Die Fahrtzeit zwischen den Stationen gibt den Teilnehmern die Möglichkeit sich über Anregungen, Ideen und Kooperationen auszutauschen.

Während der Busfahrt nach Heidelberg ermöglichte unsere Moderatorin die Vorstellung der Tour-Teilnehmer untereinander. Das vielfältig gemischte Publikum bestand dabei zu einem Drittel aus Corporates, fast der Hälfte aus Start-ups und einigen Selbstständigen und Akademikern. Sie alle brachte unser Bus zur nächsten Station bei Coboc Motion Engineering. Das Heidelberger Start-up hat sich mit der Produktion von designorientierten E-Bikes mittlerweile einen Namen in der nationalen und internationalen E-Bike-Szene gemacht.

Die Geschäftsführer Annalena und David Horsch erzählen den Teilnehmern wie sie ihr Unternehmen Coboc Motion Engineering  von einem Hinterzimmer-Projekt zu einem der revolutionärsten in der Szene geführt haben.

David und Annalena Horsch hielten einen Vortrag zum Thema „Hardware- oder Software Start-up? Beides!“ und erzählten ihre Gründungsgeschichte. „Wir wollten Räder für uns selbst machen“, erklärten sie. Zentral dabei wurde die Frage, wie sie das E-Bike zu einer neuen, modernen Marke etablieren können. Dafür sei es wichtig eine Vision zu haben und die Power, diese auch umzusetzen. Markenkommunikation und vor allem die Frage, wie es möglich sei, seine Marke von anderen abzugrenzen prägten die anschließende Diskussion. Beindruckt von der Dynamik und Authentizität des junge Teams von Coboc wurden die Jungunternehmer zwar auch mit kritischen Fragen konfrontiert, erhielten jedoch großes Lob für die Idee und die Umsetzung ihres Projekts das mittlerweile 25 Mitarbeiter hat und eine jährliche Wachstumsrate von 100 Prozent vorweisen kann.

Markus Beck von tye unterstützt Unternehmen dabei die Kontaktdaten ihrer Kunden aktuell zu halten, wie er in seinem Pitch vorstellt.

Während einige im sonnigen Innenhof Testfahrten auf den E-Bikes machten, starteten andere die Mittagspause mit einem Lunch beim Foodtruck von Lara’s Kantinchen. Bei entspannter Atmosphäre am Gründer-Institut der SRH Hochschule Heidelberg blieb viel Raum den Austausch zu suchen und die anderen Tour-Teilnehmer kennenzulernen.

Sechs Gründer hatten die Möglichkeit ihr Start-up vor fachkundigem Publikum vorzustellen und im Austausch spannende Anregungen auszutauschen. Die Pitches gestalteten sich dabei durch ihre vielfältigen Ideen und Ansätze auch für die Teilnehmer inspirierend: Von kulinarischen Produkten über innovative Marketingideen, bis hin zu sozialen und nachhaltigen Projekten.

Big Data in der Bundesliga? Dr. Peter Görlich (1899 Hoffenheim) gibt zusammen mit seinem Kollegen Stefan Wagner (SAP SE) einen Einblick über die Möglichkeiten der Digitalisierung in der Welt des Profisports.

Dr. Peter Görlich, CEO der TSG 1998 Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH und Stefan Wagner, Global General Manager Sports & Entertainment SAP SE bildeten mit einem Doppelvortrag zum Thema „Big Data im Profisport“ nach der Mittagspause den Auftakt zur zweiten Hälfte der ku.bus Tour. Die beiden Experten im Bereich Big Data und Digitalisierung arbeiten seit vielen Jahren innerhalb einer Kooperation ihrer Unternehmen zusammen. Mittelpunkt der Arbeit ist es, das immense Datenvolumen welches im Profisport während eines Sportevents, der Spielertrainings oder im Merchandise Bereich generiert werden kann, sinnvoll einzusetzen um den Verein in seiner Leistungs-und Konkurrenzfähigkeit weiter voran zu bringen. Diskutiert wurde dabei, wie erzeugte Statistiken und Profile genutzt werden und ob das System das Spiel jemals ersetzen könne, was klar verneint wurde.

In Zeiten der Digitalisierung muss selbst Deutschlands traditionsreiches Brauereigewerbe umdenken. Max Spielmann, Junior-Geschäftsführer der Weldebräu zeigt wie das funktionieren kann.

In Planckstadt hielt Max Spielmann, Junior-GF der Weldebräu GmbH & Co. KG bei Bier und Brezel einen Vortrag zum „Datengestützten Social Media-Marketing.“ Er erzählte über den Biermarkt in Deutschland und dessen Entwicklung. In Zukunft beeinflussen dabei die Prozesse „Digitalisierung, Simplexität, flexibles Leben und emotionaler Komfort“ den Markt, so Spielmann. Wie man sich darin platzieren kann, erklärte er anschaulich an den Marketingstrategien von Weldebräu. Die Erstellung von Zielgruppen und die Interaktionen mit ihnen in den social medias sind dabei zentrale Themen.

Bei Burger&Beer konnten die Teilnehmer den Tag im Freischwimmer Gründerzentrum ausklingen lassen.

Den Abschluss bildete im Freischwimmer in Ludwigshafen ein Kooperationsevent zwischen ku.bus und Gründerbar, einem Veranstaltungsformat zum Networken für Gründer. Zwischen verschiedenen Pitches hatten alle Anwesenden Zeit, den eindrucksvollen Tag bei einem Feierabendbier ausklingen zu lassen. CEO Oliver Brümmer ist sehr zufrieden mit der Tour: „Wir können stolz darauf sein, dass wir Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen an einem Tag verbunden haben. Das haben bisher wenige geschafft. Insgesamt waren wir super happy über den extrem regen Austausch unter den Teilnehmern. Was  möchte man mehr als Veranstalter?“ Dass dies nicht die letzte ku.bus Tour bleibt, ist damit abzusehen. Weitere Touren folgen im nächsten Jahr mit neuen spannenden Haltestellen.

Autor: Selina Helmlinger

Fotos: Sascha Hauk