Manfred Büch ist Unternehmer aus Leidenschaft. Vor 25 Jahren übernahm er das Franchise für seine erste McDonalds-Filiale in Hockenheim. Heute ist er verantwortlich für insgesamt 7 Schnellrestaurants an den Standorten Brühl, Hockenheim, Mannheim und Speyer. Mit Nikolas Löbel, Kreisvorsitzender der CDU-Mannheim, hatte Büch in seiner Filiale in den Mannheimer Planken kürzlich einen prominenten Praktikanten zu Gast. Unsere ku.bus-Redakteure haben diese Gelegenheit zum Anlass genommen, um mit den beiden über flexible Arbeitszeitmodelle, die Digitalisierung in der Systemgastronomie, sowie den (Wirtschafts-)Standort Mannheim zu diskutieren.

CDU-Politiker Nikolas Löbel lernt als Praktikant bei McDonalds, „den Alltag der Menschen [zu] verstehen“

Nikolas Löbel, Kreisvorsitzender der Mannheimer CDU, war am 12. Juli als Praktikant in der McDonalds-Filiale in den Mannheimer Planken im Einsatz. Dabei lernte er nicht nur die durchaus komplexen Abläufe in der Systemgastronomie kennen, sondern vor allem die Menschen, die hinter diesen Abläufen stehen. Ebendiese Menschen und ihre „Themen“ kennenzulernen, das sei ihm besonders wichtig. Wie stehen die Mitarbeiter zu flexiblen Arbeitszeitmodellen? Was sind ihre Ansichten zum Mindestlohn? Wo erhoffen sie sich mehr Unterstützung von der Politik? Durch seine Besuche in verschiedenen Mannheimer Betrieben – zuvor hat Löbel u.a. bereits das Deutsche Rote Kreuz sowie einen Mannheimer Pflegedienst besucht – erhofft sich Löbel, einen neuen Blick auf die Lebenswelten und den Alltag anderer Menschen in „seiner Stadt“. Und natürlich sei es ihm ebenfalls besonders wichtig, von Unternehmern der Stadt zu hören, wie Politik und Wirtschaft noch enger zusammenarbeiten könnten. Gerade in Bezug auf den Fachkräftemangel und die adäquate Überführung von der Schule ins Berufsleben sieht der CDU-Politiker diesbezüglich noch einigen Nachholbedarf.

Manfred Büchs Mitarbeiter arbeiten bereits in flexiblen Arbeitszeitmodellen. Politik Löbel fordert: Gesamtwirtschaftlich mehr flexible Modelle

Bei McDonalds, so hat Löbel erfahren, sei der Ein- bzw. Aufstieg von der Aushilfs- zur Vollzeitkraft vergleichsweise unkompliziert. Auch die verschiedenen, flexiblen Arbeitszeitmodelle hob der CDU-Politiker hervor. So sei es relativ einfach, von einer Teilzeit- in eine Vollzeitbeschäftigung bzw. in die umgekehrte Richtung zu wechseln. Dies werde von vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sehr geschätzt. Auch aus Unternehmersicht, erläutert Löbel, böten diese Modelle viele Vorteile und trügen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze bei. Daher plädiert er dafür, gesamtwirtschaftlich mehr solcher Modelle zu ermöglichen. Doch natürlich wolle er auch mit Arbeitgebern und Arbeitnehmer über das Thema diskutieren.

ku.bus-Herausgeber Oliver Brümmer (l.) mit Unternehmer Büch (m.) und CDU-Politiker Löbel (r.): „Mit den Leuten, die die Stadt auch gestalten, ins Gespräch […] kommen“

Ein ebensolcher Arbeitgeber ist Manfred Büch, Inhaber der Mannheimer McDonalds-Filiale in den Planken, sowie Vorstand des Hotel- und Gaststättenverbandes und der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe. Mit Unternehmern wie Büch, „die die Stadt auch [mit]gestalten“, wolle er „ins Gespräch […] kommen“, erklärt Löbel. Gerade im Hinblick auf die Digitalisierung und den zunehmenden Trend zum Online-Shopping sei es besonders wichtig, den Menschen in der Stadt eine gewisse „Aufenthaltsqualität“ zu bieten. „Gemeinsam mit Einzelhändlern, Gastronomen und Betrieben“ müsse sich die Politik dieser Aufgabe stellen. Doch gerade hier sieht Manfred Büch noch Nachholbedarf. Die Stadt müsse die Händler mehr wertschätzen, um gemeinsam „Erlebnisse zu schaffen“, die die Leute anlockten. Sperrzeiten seien dabei beispielsweise noch immer ein Hindernis.

Mehr als nur Burger belegen: Auch in der Systemgastronomie gilt die Digitalisierung als große Chance …

Die Umbaumaßnahmen an den Mannheimer Planken hingegen sind dies, zumindest für Manfred Büchs Geschäft, nicht. Der Umsatz seiner dortigen Filiale habe sich seit Beginn der Baumaßnahmen sogar weiter gesteigert. Für die Zeit nach Abschluss der Umbauarbeiten hat er daher eine Umsatzverdoppelung im Visier. Dabei setzt er insbesondere auf die moderne Ausstattung seiner Filiale, die kürzlich umfangreich modernisiert und digitalisiert wurde. Vor allem hinter den Kulissen biete die Digitalisierung einen deutlichen Mehrwert. Die Systemabläufe wurden dank moderner Technologie deutlich vereinfacht. Beispielsweise läuft die Bestellung neuer Ware vollautomatisch basierend auf aktuellen Verkaufszahlen. Und auch die Essensverschwendung ließe sich dank des neuen Systems verringern – schließlich werde nur noch produziert, was auch wirklich vom Kunden bestellt wird.

… doch Kundenfreundlichkeit und Service bleiben weiterhin ein absolutes Muss, wie Manfred Büch (l.) im Gespräch erklärt.

Entgegen vieler Befürchtungen gehe die Digitalisierung auch nicht auf Kosten der Arbeitnehmer. Dies bekräftigt auch Nikolas Löbel nach seiner Schicht in der Mannheimer McDonalds-Filiale: „Weiterentwicklung schafft auch neue Arbeitsplätze, sie zerstört nicht nur“. Dies müsse man den Leuten erklären, um ihnen die Skepsis zu nehmen. In der McDonalds-Filiale an den Planken sei beispielsweise der Servicebereich ausgebaut worden. Und auf Service legt Manfred Büch in seinen Filialen ohnehin besonders großen Wert: „Wenn du den [Kunden] anlachst, dann hat er gar keine Chance, dann muss er auch lachen“, erklärt er. Wichtig sei ihm daher, dass seine Mitarbeiter Spaß an ihrer Arbeit im Servicebereich hätten. Dann, so Büch, könne man sich „seine Gäste selbst gestalten“ und ein angenehmes Klima für Kunden und Mitarbeiter schaffen. Dabei weiß Manfred Büch genau: „Wenn wir so sind, wie alle sind, dann sind wir morgen weg.“ Da die Vorgaben aus der McDonalds-Zentrale in Chicago allerdings sehr strikt sind – sowohl im Bereich Filialgestaltung als auch im Marketing – erfordert eine Differenzierung „von den anderen“ mitunter einiges an Kreativität. Im Rahmen der Corporate Identity-Vorgaben aus Chicago lässt sich Büch dennoch gerne etwas einfallen, um seinen Kunden ein besonderes Erlebnis zu bieten. Zum Beispiel bedienen seine Servicekräfte zur Oktoberfestzeit mitunter in bayrischen Trachten.

Zahlreiche Ehrenämter und persönliche Betreuung der Auszubildenden: Manfred Büchs Verbundenheit zu Mannheim geht weit über das Geschälftliche hinaus. Auch „Praktikant“ Löbel (im Bild) konnte sich selbst davon überzeugen

Von dieser Aktion einmal abgesehen, fühlt sich Manfred Büch allerdings eher der Rhein-Neckar-Region verbunden, als den bayrischen Nachbarn – schließlich ist er seit dem Kauf von vier Restaurants Ende 2005 bereits seit knapp zwölf Jahren unternehmerisch in der Quadratestadt aktiv. Auch ein bedeutender Teil der rund 350 Mitarbeiter, für die Büch verantwortlich ist, leben und arbeiten in Mannheim. So zeigt er sich entsprechend verwundert angesichts von Berichten über „No Go“-Areas im Stadtgebiet, die er entschieden zurückweist. Er sei beinahe jeden Tag in den entsprechenden Gegenden unterwegs und habe besagte „No Gos“ niemals wahrgenommen. Vielmehr spricht Büch vom „Schmelztiegel Mannheim“ als „[s]einer Stadt“ und engagiert sich zum Beispiel als ehrenamtlicher Richter am Mannheimer Arbeitsgericht. Darüber hinaus kümmert er sich persönlich um seine Azubis in der Region. Und auch für Praktikant Löbel hat Manfred Büch am Ende nur lobende Worte übrig: „Er hat sich gut benommen. Wir haben schon überlegt, ob wir ihn befördern zum Crew-Trainer.“

Manfred Büch good food – fast KG im Porträt

McDonald’s ist weltweiter Marktführer in der Systemgastronomie – und seit 1971 auch als Franchise-Geber in Deutschland präsent.

In den Städten Brühl, Hockenheim, Mannheim und Speyer ist das Unternehmen Manfred Büch e.K. Franchise-Nehmer der McDonald’s Deutschland Inc. und als Geschäftsführer von insgesamt sieben Restaurants aktiv. In Mannheim handelt es sich dabei um die Schnellrestaurants in den Planken, in der Neckarauer Straße sowie der Mittelstraße.

Als Franchise-Nehmer trägt die Manfred Büch e.K. die operative Verantwortung in ihren sieben Filialen. Dabei stehen insbesondere die Umsetzung der hohen Service- und Qualitätsstandards, sowie die Einhaltung der globalen Corporate Identity (CI) im Vordergrund.

Autor: Tobias Voß

Fotos: BLIM GmbH & Kurpfalz Business Briefing (ku.bus)