Nein, es ist kein „No-brainer“, eine weitere Initiative neben den bereits existierenden 50 an der Universität Mannheim aus der Taufe zu heben. Der Veranstaltungskalender der Universität ist während der Semester prall gefüllt. Und die Veranstaltungen sind hochkarätig. Der Arbeitskreis Börse (AKB) zieht mit seinem Workshopangebot regelmäßig die spannendsten Arbeitgeber und High Potentials der Universität an. Das Mannheim Forum geht dieses Jahr in seine fünfte Saison. Und dies mit namhaften Rednern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft: Unter anderen konnten die Organisatoren das MaFo Jürgen Trittin als Teilnehmer für die „Post-Brexit“-Podiumsdiskussion gewinnen.

Was ist es also, was die Initiatoren des Q-Summit, einem dreitägigen Kongress für Entrepreneurship und Innovation, so sicher sein lässt, dass es an dieser Stelle noch eine Angebotslücke zu füllen gibt?

Fabian Sinn lässt den Gründungsverlauf von Q Revue passieren

„Das Bild des Wunschberufs hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt bei den Mannheimer Studenten. Beim AKB, bei dem ich selbst Mitglied bin, haben wir sehr viele Banken und Unternehmensberatungen zu Besuch. Das ist spannend und ich möchte auch niemandem dieses Berufsbild weniger schmackhaft machen, aber es gibt nun mal sehr viele Kommilitonen, für die Gründen aus dem Studium heraus eine echte Option bzw. Alternative zu den typischen angestammten Berufsfeldern eines Uni-Mannheim-Absolventen darstellt. Außerdem, und das ist für mich fast noch wichtiger, muss Mannheim endlich ernsthaft auf der Landkarte der großen Gründerkongresse in Deutschland auftauchen. Bisher werden wir auf diesem Gebiet von der WHU in Vallendar oder St. Gallen dominiert. Das kann nicht sein“, beschreibt Fabian Sinn, einer der drei Q-Vorstände, die aktuelle Situation. „Wir möchten hier an der Universität Mannheim langfristig eine Plattform für Gründer, Start-ups und innovative Mannheimer Corporates schaffen“, setzt er die Messlatte unmissverständlich hoch an.

Wenn Fabian von „wir“ spricht, dann meint er nicht nur sich und seine beiden Vorstandskollegen Gereon Thiel und Jakob Stein, sondern ebenfalls die anderen 90 Teammitglieder und Helfer, die Q vom 19. bis 21. April zum Leben erwecken werden.

Gereon Thiel beschreibt die Teamdynamik im Q Organisationsteam

„Jeder Einzelne brennt für diese Veranstaltung“, sagt Fabian, der im vergangenen Sommer ein Praktikum bei einem Online Marketing & Data Analytics-Start-up in Berlin absolvierte und über seinen damaligen Chef schon unzählige Einblicke in Gründerszene und die Akteure dahinter erhielt. Gereon nimmt den Gesprächsfaden von Fabian auf und ergänzt zur Teamzusammenstellung: „Beim ersten offiziellen Helfermeeting hatten wir 100 Leute im Raum sitzen. Das war unglaublich, weil wir im Prinzip keine Werbung gemacht haben. Der Zulauf war riesig. Es sind nicht nur Studenten der Uni Mannheim, die helfen möchten. Auch Studenten der DHBW, HS Mannheim und Ludwigshafen unterstützen unser Team. Dass bei einem so schlagkräftigen Team nicht nur geballte Kompetenz versammelt ist, die die notwendigen Website Development und Event Coordination-Skills mitbringt, sondern auch das Netzwerk zu finanzkräftigen Sponsoren und wortgewandten Rednern, das wurde uns schnell klar.“

„Wir haben anfänglich gesagt, wir hätten gerne Sheryl Sandberg als Rednerin. Irgendwann mussten wir dann feststellen, dass wir sie vielleicht lieber in ein paar Jahren, wenn der Kongress sich etabliert hat, anfragen“, sagt Fabian mit einem spitzbübischen Lächeln.

Jakob Stein legt die Agenda des Q-Summit 2017 dar

Dass die Jungs es ernst meinen mit der Nachhaltigkeit des Kongresses, ist gut anhand der Planungsphase am Ende des letzten Jahres erkennbar. Sie haben es in kurzer Zeit verstanden, sich nicht nur als Team zu konstituieren und motivieren, sondern auch das Ökosystem Universität hinter sich und ihrem Vorhaben stehen zu haben: „Wir möchten einen Kongress für alle und mit allen machen. Deshalb stand es für uns immer außer Frage, dass wir sämtliche Stakeholder frühzeitig einbinden: die Universität selbst, MCEI, Absolventum, die BWL-Fachschaft, die Mannheim Business School. Wir möchten der Uni auch etwas zurückgeben. Diese Lobby hilft uns natürlich aktuell enorm bei der Planung der Veranstaltung. Es gibt keine lästigen Diskussionen, beispielsweise um Räume. Wenn wir Räume brauchen, dann bekommen wir diese vom Service Marketing – auch wenn wir die Uni für drei Tage lahmlegen.“ Fabian nennt einen weiteren sehr wichtigen Aspekt, den die frühe Einbindung der Universität hervorgebracht hat: „Beim Sponsoring hatten wir am Anfang das Henne-Ei-Problem. Alle Sponsoren wollten mitmachen, aber nicht die Ersten sein. Da hilft es, wenn ein Mannheimer Professor auch mal für einen die Hand ins Feuer legt und ein gutes Wort bei den Corporates einlegt.“ Erleichtert betont Fabian, dass die Veranstaltung mittlerweile jedoch komplett finanziert und der Fokus nunmehr voll auf die anderen essentiellen Faktoren zum Gelingen gerichtet sei.

Das Q Vorstandsteam mit ku.bus Autor Oliver Brümmer

Was die Teilnehmer denn beim Kongress konkret erwartet, möchte ich von den dreien wissen. Wenn sie sich am IdeaLab! der WHU messen lassen wollen, muss das ja einiges sein. IdeaLab! ist der größte von Studenten organisierte Start-up-Kongress in der Bundesrepublik. Hier treten jedes Jahr die Köpfe der deutschen Start-up Szene auf – nicht nur Oliver Samwer, wie es manchmal den Anschein hat.

„Wir möchten eine Rundschau auf die Themen Innovation und Start-up geben – von der Ideenfindung bis zur Skalierung in eine Multi-Million-Dollar-Company. Mit Peri und der SAP haben wir Sponsoren gewinnen können, die gleichzeitig auch mit spannenden Themen begeistern werden. Beim Hidden Champion Peri wird es um die Schwarmrobotik gehen. Die SAP stellt mit Carsten Linz einen Innovationsvordenker, der aufzeigen wird, wie sich die Disziplin Innovationsmanagement verändern muss. Beginnen werden die zweieinhalb Tage mit einem Pitch Battle am Mittwochnachmittag. Am Donnerstag und Freitag werden dann den ganzen Tag über Vorträge und Paneldiskussionen mit Rednern wie Lea Sophie Cramer, Gründerin Amorelie, oder Uwe Horstmann, Managing Director Project A, stattfinden“, so skizziert Jakob den Ablaufplan der Konferenz.

„Herz des Kongress wird das Start-up-Village, eine kleine Zeltstadt mit Lounge-Zelt in der Mitte des Schlosshofs. Hier steht der Austausch mit Start-ups wie Lesara, Stocard oder Leaf Systems, einigen Corporates und den Teilnehmern im Mittelpunkt. Genau dafür machen wir die Konferenz ja. Und am Abend kann dieser Austausch bei einem oder zwei Bier während der Q-Party fortgesetzt werden.“

Q in bewegten Bildern erklärt

Was soll bei den Besuchern und der Öffentlichkeit hängenbleiben, wenn der letzte Drink Freitagnacht im Mannheimer Club Tiffany leergetrunken ist? „Wir möchten mit unserer Konferenz eine ‚Q-Bubble‘ entstehen lassen. Die Teilnehmer sollen in die Blase reinkommen, fast drei Tage volles Programm mitnehmen und gar nicht merken, wie die Zeit verfliegt“, beschreibt Jakob seine Wunschvorstellung eines erfolgreichen Kongresses.

Gereon fügt ergänzend hinzu: „Ein guter Indikator für eine gelungene Konferenz ist, ob wir als Teilnehmer selbst zufrieden gewesen wären. Wir machen uns nichts vor: Die Studenten werden nach dem Q-Summit nicht alle gründen. Unser Ziel ist es aber, dass die Teilnehmer sich von der Stimmung anstecken lassen und unternehmerisches Denken und das Mindset mit in den Alltag nehmen.“

ku.bus wünscht dem Q-Vorstand und dem gesamten Organisationsteam ein glückliches Händchen bei der Vorbereitung und Durchführung des Kongresses. Wir freuen uns, vor Ort live berichten zu dürfen.

Am Q-Summit teilnehmen

Wer vom 19. bis 21. April 2017 mit dabei sein möchte, kann sich auf der Website des Q-Summits sein Ticket sichern:

Autor: Oliver Brümmer

Fotos: Leonie Kopetzki